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Mit dem Meisterbrief direkt in den Hörsaal
Neue Landesverordnung erleichtert die Hochschulzugangsberechtigung
Heide -
Ohne Abi in die Hochschule. Die Novellierung der Landesverordnung zur Hochschulzugangsberechtigung macht dies möglich. Davon profitieren vor allem junge Menschen, die eine Meisterausbildung absolviert haben. Nach der Lehre und der Qualifikation eines Meisters können sie ohne Umwege direkt eine Hochschule besuchen. „Die Attraktivität der klassischen Ausbildungsberufe wird so erhöht“, ist André Mewes, Qualifizierungsberater bei der egeb: Wirtschaftsförderung in Brunsbüttel, überzeugt. Nach seiner Einschätzung ist diese Öffnung in der schleswig-holsteinischen Bildungslandschaft ein großer Schritt in Richtung „Durchgängigkeit der Bildungsabschlüsse und der Verwirklichung des lebenslangen Lernens“.
Vorteile in der neuen Hochschulzugangsberechtigung sieht auch Hans-Jürgen Henniges, Geschäftsführer des Bildungs- und Technologiezentrums gGmbH (btz) in Heide. „Dies bietet vor allem gute Möglichkeiten für praktisch begabte junge Menschen.“ Bereits vier Jahre nach dem Haupt- oder Realschulabschluss können talentierte junge Frauen und Männer ein Studium aufnehmen und haben damit zwei hochwertige Berufsabschlüsse in der Tasche. Bisher sei es für Meister ohne Abitur sehr mühsam gewesen, den Weg in die Hochschule zu finden, so Henniges. „Das neue System hat für alle Vorteile – für die Wirtschaft und für die jungen Meister.“
Neben den handwerklichen Berufen öffnet die Anfang Juli dieses Jahres in Kraft getretene Landesverordnung auch anderen Berufszweigen den Hochschulzugang. Dazu gehören zum Beispiel Techniker, Fachwirte, geprüfte Bilanzbuchhalter, Pharmareferenten, IT-Entwickler, Fachpflegekräfte oder staatlich anerkannte Erzieher. Voraussetzung dafür ist anstelle eines Meisterbriefes der Nachweis durch eine so genannte abgeschlossene berufliche Aufstiegsfortbildung mit mindestens 400 Unterrichtsstunden. Für Mewes steht fest: „Der Zugang zu den Fachhochschulen oder Universitäten in Schleswig-Holstein wird für viele beruflich qualifizierte Menschen ab dem kommenden Wintersemester erheblich erleichtert.“
Aus Bildungsabschlüssen werden für Mewes damit Bildungsanschlüsse. „Barrieren an den Schnittstellen unseres Bildungssystems werden abgebaut.“ Und damit haben jetzt mehr Menschen bessere berufliche Aufstiegschancen. „Die Unternehmen und der Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein profitieren durch eine größere Anzahl von Hochschulabsolventen“, ist der Qualifizierungsberater vom Dithmarscher Weiterbildungsverbund überzeugt.
Weitere Informationen unter:
www.weiterbildung-sh.de
www.weiterbildung-dithmarschen.de
www.btz-heide.de
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