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Mit dem Meisterbrief direkt in den Hörsaal

Meisterbafög bringt Impulse für individuelle Weiterbildung

Heide - Karriere machen geht in vielen Berufszweigen nicht ohne Fortbildung. Eine höhere Qualifizierung kostet aber nicht nur viel Zeit und Mühe, sondern auch Geld. Ohne staatliche Unterstützung sind die Möglichkeiten für viele Menschen begrenzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat daher zum 1. Juli dieses Jahres die Leistungen des Meisterbafögs verbessert.

In den nächsten vier Jahren werden Bund und Länder gemeinsam etwa 272 Millionen Euro zusätzlich in die Aufstiegsfortbildung investieren, wobei der Bund rund 212 Millionen Euro übernimmt. Nach neuem Recht haben jetzt alle Antragssteller einen Anspruch auf die Förderung einer Aufstiegsfortbildung. Damit können erstmals auch diejenigen, die bereits eine selbst finanzierte Fortbildung absolviert haben, für mindestens eine weitere Maßnahme unterstützt werden.

"Die Gelder stehen für alle beruflichen Aufstiegsfortbildungen, die über dem Niveau einer Facharbeiter- oder Gesellenprüfung liegen, zur Verfügung", betont André Mewes, Weiterbildungsberater bei der egeb: Wirtschaftsförderung in Brunsbüttel. Dazu gehören zum Beispiel Techniker, Fachwirte, geprüfte Bilanzbuchhalter, Pharmareferenten, IT-Entwickler, Fachpflegekräfte oder staatlich anerkannte Erzieher. Voraussetzung ist jedoch, dass die Fortbildung mindestens 400 Unterrichtsstunden dauert.

Auch finanziell wurde aufgestockt: Wer Single ist, bekommt derzeit maximal 614 Euro. Jetzt ist dieser Satz auf 675 Euro gestiegen. Der Kinderzuschlag steigt von 179 Euro auf 210 Euro pro Monat und wird künftig zu 50 Prozent bezuschusst. Außerdem erhalten Alleinerziehende einen Kinderbetreuungszuschlag von bis zu 113 Euro pro Kind im Monat als Zuschuss. Und wer seine Fortbildung besteht, erhält rund 48 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss vom Staat.

"In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Impulse für die individuelle Weiterbildung besonders wichtig", so Mewes. Aus seiner Sicht ist dies dringend in allen Altersgruppen erforderlich, um den Fachkräftemangel zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern.

Bereits seit Anfang des vergangenen Jahres ist im Bildungs- und Technologiezentrums Heide (btz) eine steigende Nachfrage nach Meisterkursen im Kfz-Bereich zu spüren. Für Hans-Jürgen Henniges, Geschäftsführer des Bildungs- und Technologiezentrums Heide (btz), ist die Wirtschaftskrise Auslöser für das zunehmende Interesse. "Die Menschen wollen ihre berufliche Situation damit verbessern", so Henniges.

Sieben Monate dauert ein Vollzeitkursus im btz. "Ohne BAföG könnte sich das kaum einer leisten", ist Henniges überzeugt. Allein die Kursgebühren liegen zwischen 4000 und 6300 Euro. Hinzu kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung. 180 Teilnehmer aus ganz Deutschland belegen zurzeit die Kfz-Meisterkurse in Heide, 26 Teilnehmer sind es im Elektrobereich und 22 in den Meisterkursen für Heizung- und Sanitär. Henniges ist überzeugt: "Das neue System hat für alle Vorteile - für die Wirtschaft und für die jungen Meister", ergänzt Henniges.

Mit dem Meisterbrief ist noch ein weiterer Vorteil verbunden. "Er ermöglicht, ohne Abitur den Besuch einer Hochschule", erklärt Mewes. "Die Attraktivität der klassischen Ausbildungsberufe wird so erhöht." Nach Einschätzung von Mewes ist dies ein großer Schritt in Richtung "Durchgängigkeit der Bildungsabschlüsse und der Verwirklichung des lebenslangen Lernens".

Weitere Informationen unter:

www.weiterbildung-sh.de
www.weiterbildung-dithmarschen.de
www.btz-heide.de