Dithmarscher Weiterbildungsverbund
 

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Nachfrage nach Qualifizierungsmaßnahmen steigt

120.000 Euro Fördermittel für Weiterbildung von 205 Beschäftigten

Qualifizierungsberaterin
Petra Tiedemann

Brunsbüttel/Itzehoe - Das Interesse an Weiterbildung ist groß. „Seit einem halben Jahr steigt die Nachfrage nach Qualifizierungsmaßnahmen“, erklärt André Mewes, Weiterbildungsberater bei der egeb: Wirtschaftsförderung in Brunsbüttel und Koordinator des Dithmarscher Weiterbildungsverbundes. Mewes ist überzeugt, dass die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ein Grund für das verstärkte Interesse ist. „Nachgefragt werden vor allem Kurse im Bereich EDV und Sprachen sowie Aufstiegsqualifizierungen wie Fachwirte oder Meister.“

Für die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen rühren die Berater der Weiterbildungsverbünde in Dithmarschen und Steinburg die Werbetrommel. Gerade in Zeiten einer Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Bedeutung noch gestiegen. „Qualifizierte Mitarbeiter sind ein wesentlicher Faktor, um im Wettbewerb den Anschluss nicht zu verlieren“, betont Jürgen Hansen, Koordinator des Steinburger Weiterbildungsverbundes. Für Hansen ist Weiterbildung der Schlüssel für Wohlstand. Denn: „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden qualifizierte Arbeitskräfte in Zukunft zu einem wesentlichen Faktor für Wirtschaftswachstum.“ Der Bildungsexperte setzt sich dabei auch für mehr Flexibilität bei der Beschäftigung und Weiterbildung älterer Arbeitnehmer ein. Arbeitsökonomische Forschungen hätten gezeigt, dass altersgemischte Belegschaften häufig zu besseren Arbeitsergebnissen führen, erklären Hansen und Mewes.

Seit Anfang Juli verstärkt Petra Tiedemann als Qualifizierungsberaterin das Team. Die 48-Jährige Betriebswirtin mit Schwerpunkt Personalwirtschaft steht den Firmen in Dithmarschen und Steinburg bei der gesamten Personalentwicklung zur Seite. „Unternehmen und Mitarbeiter müssen sich den veränderten Rahmenbedingungen angesichts des verschärften Wettbewerbs und neuer Technologien anpassen", erklärt Petra Tiedemann. Ihr Ziel ist, als Mittlerin zwischen den Betrieben, den Beschäftigten und den Trägern der Weiterbildung zu fungieren. Die Hilfestellung reicht vom Erkennen und Fördern des Leistungspotenzials der Mitarbeiter über Auswahl oder Konzeption von passgenauen Weiterbildungsmaßnahmen bis hin zur Erstellung eines kompletten Personalentwicklungskonzepts. „Wir geben Impulse und unterstützen beim Aufbau entsprechender Strukturen", erklärt Petra Tiedemann, die sich als externe Stabstelle der Firmen sieht.

Das Gros der Firmen in Dithmarschen und Steinburg sind kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigte. Diese in allen Fragen rund um Thema Weiterbildung zu unterstützen, ist eine der Aufgaben der vom Land Schleswig-Holstein mit Mitteln der Europäischen Union unterstützten Weiterbildungsverbünde. Mehr als 100 Unternehmen haben  dies in den vergangenen zwölf Monaten in Anspruch genommen. Viele sind zudem in den Genuss von Fördergeldern gekommen. Öffentliche Mittel in Höhe von 120.000 Euro flossen allein 2008 über den Europäischen Sozialfonds zur Förderung von 205 Beschäftigten in die Region.

Für Mewes und Hansen gibt es keinen Zweifel: „Wir sind auf dem Weg zur Wissensgesellschaft.“ Die damit verbundene Herausforderung besteht in der konsequenten Entwicklung, Förderung und Ausschöpfung der Qualifikationspotenziale in allen Alters- und Qualifikationsstufen. Mewes: „Bildung und Qualifikation sind ein zentrales Thema der regionalen Wirtschaftsförderung.“